Viele Wesselingerinnen und Wesselinger – vor allem im Bereich Gleiwitzer Straße, Hessenweg, Kettelerstraße, Unterdorfstraße, Auf dem Radacker und am Pumpwerk Im Dich – kennen aus den vergangenen Jahren die Folgen von Starkregenereignissen. Auch in diesem Frühsommer hat es Ende Mai bereits in einigen Wesselinger Ortsteilen schwere Regenfälle gegeben.
Überschwemmungen können Grundstücke und Gebäude an Bachläufen, aber auch inmitten der Bebauung betreffen und erhebliche Schäden am Eigentum anrichten. Die Kanalisation ist für die Aufnahme der Wassermassen, die bei Starkregen niedergehen, nicht ausgelegt. Die Entsorgungsbetriebe raten vor allem denjenigen Bürgerinnen und Bürgern, die in für Überschwemmungen anfälligen Straßen wohnen, in den kommenden Wochen und den Sommermonaten die Wettervorhersagen noch eingehender zu verfolgen als sonst und vorbeugende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Die private Überflutungsvorsorge ist dabei von großer Bedeutung. Informationen zu Rückstausicherung und Starkregenvorsorge mit Starkregengefahrenkarten sind unter „Abwasser“ und „Starkregenvorsorge“ zusammengestellt.
EBW: Maßnahmen gegen Starkregen
Einige Projekte aus dem Maßnahmenpaket Starkregen der Entsorgungsbetriebe Wesseling (EBW) sind bereits abgeschlossen: Der Starkregenschutz An der Alten Mühle in Wesseling-Berzdorf tut bereits seit 2020 seinen Dienst. Als weitere Maßnahmen wurden Auffanggräben und ein Becken am Hessenweg in Wesseling-Keldenich errichtet, die das angrenzende Wohngebiet vor Überflutungen schützen. Es wurde außerdem ein Schieber im Kanalnetz installiert, der das Rheintalquartier am Westring in Wesseling-Mitte vor Rückstau aus dem Netz bewahrt.
In Urfeld wurde der Kanal in der Straße Auf dem Radacker aufgeweitet und ein Drosselbauwerk errichtet, das den Abwasserzufluss in die Waldsiedlung begrenzt. Das Pumpwerk Im Dich im Malerviertel von Keldenich wurde bereits 2025 saniert und erhielt neue Schmutz- und Niederschlagswasserpumpen, hochwassersichere Türen und ein neues Notstromaggregat.
Die größte Maßnahme der EBW, die Errichtung des Regenrückhaltebeckens an der Rodenkirchener Straße in Keldenich, ist Anfang des Jahres fertiggestellt worden. Das unterirdische Regenrückhaltebecken vergrößert das Fassungsvermögen innerhalb des Kanalnetzes um 5.000 Kubikmeter. Bei den starken Regenfällen Ende Mai 2026 nahm das Regenrückhaltebecken ca. 2.000 Kubikmeter Wasser auf und konnte so das Kanalnetz in Keldenich entlasten. Anfang Juli wird über dem Becken mit der Gestaltung der multifunktionalen Fläche begonnen, die bei extremen Regenereignissen zusätzliche Wassermassen aufnehmen kann. Sie soll Ende des Jahres fertiggestellt sein.
Das Projekt Regenrückhaltebecken Rodenkirchener Straße ist eine von vier zusammenhängenden Maßnahmen mit einer Projektsumme von ca. 10 Mio. Euro für den Bereich Unterdorfstraße und Eichholzer Straße. Die übrigen drei Maßnahmen optimieren im Anschluss an den Beckenbau die Kanäle, die dorthin führen. Mit der Planung weiterer Maßnahmen, wie zum Beispiel im Bereich des Palmersdorfer Baches, ist bereits begonnen worden.

